Wenn verwaiste Katzen Obhut finden

Dass es einen Verein "Katzenhilfe gibt, weiss ich nur, weil meine Cousine Annemarie dort die treibende Kraft ist. An ihrem Wohnort Hinterkappelen wird sie allgemein als "Katzenmutter" gehandelt, die ihre ausgeprägte Katzenliebe trotz ansprechendem Beruf als Chef-Sekretärin im Insel-Spital tatkräftig und intensiv mit guten Taten lebt.

Rund um den Campingplatz Eyfeld hat sich während der letzten Jahre eine richtige Katzenkolonie gebildet, zum Teil verwildert oder dann von Dauer-Campern mehr oder weniger liebevoll aufgenommen. Von wo die Kleintiger herkamen, konnte nie genau abgeklärt werden. Möglicherweise sind die ersten von Durchreisenden zurückgelassen worder oder sind sonstwie aus der Umgebung zugelaufen.

Weil ganz in der Nähe wohnhaft, hat Annemarie bald einmal ein aufkommendes Problem bei der scih gebildeten und immer grösser werdenden Katzengemeinschaft ausmachen können. Eine gut sichtbare Verwahrlosung prägte das Bild der stets fluchtbereiten Tiere, die nur in seltenen Fällen Menschen an sich heran kommen liessen.

Zuerst mit viel Eigenmitteln und später als Vereinsmitglied hat sie sich als Hauptaufgabe eben der Katzenkolonie Eyfeld verschrieben, Sommer und Winter, bei jedem Wetter. Obschon Selbstversorger, mussten die Wald- und Feldtiger bei Bedarf mit Futter versorgt werden, welches sie dankbar annahmen und über diesen Weg etwas zutraulicher wurden.

Waren es zuerst ein gutes Dutzend, wuchs die Kolonie im Laufe der Zeit zu einer Grösse, die unbedingt kontrolliert werden musste. Kastration und Sterilisation waren angesagt und bereiteten die ersten Sorgen, weil man die Kolonisten nicht einfach so einfangen oder auch nur anfassen konnte. Vor allem die verwilderten und revierbeherrschenden Kater liessen niemanden auch nur in die Nähe kommen, ohne sofort im nahen Dickicht zu verschwinden.

Jemand erinnerte sich dann daran, wie vor allem Bauern bei Hühnerschäden mit sogenannten Marderfallen die kleinen Räuber fingen. Dabei handelt es sich um eine längliche Kiste, die an einem Ende mit Falltürchen versehen ist, welches über eine Schnur oder feinem Draht mit einem im Innern befindlichen Bodenbrett verbunden ist. Beim kleinsten Druck auf diesen Auslösemechanismus klinkt die Schnur aus und das Türchen saust runter. Wie mit Speck die Mäuse, fängt man nun so im Eyfeld halt Katzen, geködert mit den verschiedensten Leckerbissen. Erfolge stellten sich bald einmal ein und nur das Herausnehmen der wild fauchenden Geschöpfe bereitete einige Schwierigkeiten. Da halfen nur dick gepolsterte Handschuhe, um die Tiere in einen Transportkorb verfrachten zu können.

Ein hilfreicher Tierarzt, der seine helle Freude an den betroffenen Katzenliebhabern hat, anerbot sich, den nötigen Eingriff zum Selbstkostenpreis oder manchmal sogar gratis zu vollziehen. Nach kurzer Erholungszeit in der Tierklinik werden dann die Gestressten wieder im Eyfeld am gewohnten Platz ausgesetzt.

Die Katzenfreundinnen von Hinterkappelen betreiben übrigens zur Finanzierung des Projektes einen permanenten "Flohmarkt".

So hat man nur die Explosion der Katzenbevölkerung im Griff und achtet darauf, dass die Kolonie die Zahl von zwei bis drei Dutzend nicht übersteigt.

Der selbstlose Einsatz der Betreuerinnen verdient unsere und vor allem meine Hochachtung.


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